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Durch Krimi zum besseren Verbrecher?


Durch TV-Serien über Tatortermittlungen steigt weder die Verbrechensrate noch die Fähigkeit der Zuschauer, Spuren erfolgreich zu beseitigen.

Die Befürchtung, dass mögliche Verbrecher durch forensische Serien lernen, wie sie kriminelle Taten am besten vertuschen, widerlegen Mainzer Forscher. TV-Zuschauer werden keine Experten in der Spurenbeseitigung.

Forensische Serien helfen nicht bei Spurenbeseitigung

Sherlock Holmes, Quincy oder Law & Order – bei jeder Fernsehserie, die sich mit ungelösten Kriminalfällen und der Spurensuche an Tatorten beschäftigt, melden sich warnende Stimmen. Sie befürchten, dass sich die Zuschauer über das Vorgehen bei Tatortermittlungen informieren und so in der Lage sind, selbst Verbrechen zu vertuschen. Dieses Phänomen bezeichnet man als CSI-Effekt (Crime Scene Investigation) nach der gleichnamigen forensischen US-Serie, in der Kriminalfälle wissenschaftlich untersucht werden.

Ein Forscherteam der Universität Mainz um Prof. Heiko Hecht untersuchte, ob die Zuschauer forensischer TV-Serien wirklich die besseren Verbrecher sind. „Die Behauptung solcher Zusammenhänge […] stand jahrelang im Raum, ohne dass es irgendwelche Studien dazu gegeben hätte“, erklärt Studienleiter Andreas Baranowski.

Verbrechen im Puppenhaus

Der Psychologe wendete mit seinen Kollegen mehrere Testverfahren an, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Einmal verglichen die Forscher die Rate der Verbrechensaufklärung von FBI und BKA aus den Jahren vor dem Start der CSI-Serie mit dem Zeitraum danach. Zusätzlich befragten sie 24 verurteilte Kriminalstraftäter in den Gefängnissen, ob diese Serien wie CSI hilfreich finden, um Verbrechen zu vertuschen. In einem weiteren Schritt entwickelten die Wissenschaftler eine Versuchsanordnung, mit der sie testeten, ob CSI-Zuschauer ihre Spuren bei einem nachgestellten Verbrechen besser verwischen als Probanden, die keine Serien über Tatortermittlungen konsumieren. Ein Puppenhaus diente den Testpersonen dazu, das Verbrechen nachzustellen.

CSI-Effekt bleibt Mythos

Die Experimente zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Serien, die sich mit Tatortermittlung beschäftigen, und der Fähigkeit, ein Verbrechen zu begehen oder Spuren zu beseitigen. Erwartungsgemäß schnitten Männer, insbesondere aus technischen Berufen, etwas besser ab als Frauen, junge Teilnehmer besser als ältere und gebildete besser als weniger gebildete. Baranowski fasst zusammen: „Wir können jetzt die Mythen widerlegen, die seit 20 Jahren in den Medien […] kursieren, und mit relativ großer Sicherheit behaupten, dass Leute, die CSI schauen, nicht besser darin sind, ihre Spuren zu verwischen, als andere Menschen auch.“

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

13.11.2018 | Von: Joe Belanger/Shutterstock.com



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